Eliminiere Dich effizient – Erreiche mehr

Warum weniger oft mehr ist – und effizient nicht viel

Als langjähriger Account Manager im Vertrieb für Deutschland und die Schweiz kenne ich vor allem eins: Controlling. Wie viele Calls machst du am Tag? Wie viele Termine in der Woche? Wie viel Umsatz im Jahr? Und ich habe vor allem eins lieben gelernt: mich selbst zu kontrollieren. Warum ich Kontrolle für das richtige Mittel für weniger Kontrolle und mehr Freiheit halte möchte ich Dir erklären.

 

 

Wer erfolgreich sein will muss getrieben sein

 

 

Was sind irgendwie alle Menschen, denen man begegnet? Am Handy. Richtig. Aber was ist das zweite? Sie sind beschäftigt. Immer viel zu tun. Immer viele Emails! Und die Arbeit wird ja auch nicht weniger. Nunja, besser so als andersrum denkt man. Immerhin gibt es da drausen jemand der mehr arbeitet und damit noch erfolgreicher ist als ich. Warum also nicht einfach noch früher anfangen und noch später nach Hause gehen? Gedacht – getan. Ich fing also an mir den Wecker früher zu stellen, noch länger im Büro zu bleiben und auch am Wochenende offene Emails zu lesen. Ich fing an mein Selbst-Controlling auszuweiten. Nicht wie oft ich am Tag telefoniere – sondern wann? Und warum telefoniere ich nicht – wenn ich nicht telefoniere.

 

The Burnout Effect

 

Ich fing also an mich selbst noch mehr unter Stress zu setzten, da ich merkte, so besser zu arbeiten. Dadurch verlor ich etwas den Hunger, für Sport war ich Abends zu platt. Aber gefühlt gehörte ich endlich zu den „erfolgreich beschäftigten“. Bis ich irgendwann merkte – hoppala – ich bin ganz schön erschöpft. Und plötzlich war das alles ganz schön stressig. Ich nahm ab. Ich konnte nicht mehr gut schlafen. Und irgendwie wollte ich nur noch raus. Aber draußen dröhnte der Kopf vor Lautstärke in der Leere.

 

Auch wenn das ein Zeitraffer von 3-4 Monaten war, so möchte ich Dir doch von Anfang an eine andere Perspektive aufzeigen. Denn im Vertrieb gibt es ein Problem: Die Ehrlichkeit. Zahlen lügen nicht. Und als ich das Ergebnis anschaute war ich erschüttert!

Ego-Controlling

Ich hatte in den 3-4 Monaten echt Gas gegeben. Bin extra – Meilen gelaufen! Wie ein Pudel hab ich mich gefreut als ich mir also meine Statistik über das Jahr ausgewertet habe! WOW! 3x so viele Aktivitäten wie sonst! Also berechnete ich den Durchschnitt: 20 Aktivitäten.  Ich war schockiert. Und sprachlos. Denn ich habe eins gelernt: Ein Burnout ist einfach nur dumm. Denn er ist nicht effekt.

Warum ein Burnout dumm ist

Ich habe zwar 3-4 Monate wirklich am Limit gearbeitet. Aber auf Dauer hätte ich das Tempo nicht durchgehalten. Und am Ende vom Jahr hatte ich im Schnitt 20 Aktivitäten. Was bedeutet das? Im kommenden Jahr wieder 4 Monate opfern und Gefahr laufen diesmal nicht die Kurve zu kriegen? Oder lieber 4 Monate geschenkt bekommen und seine Aktivität um 20% steigern?

 

Das wahre Controlling

Mir kam ein Gedanke. Warum all der Stress. Warum arbeite ich zukünftig nicht einfach 24 Aktivitäten am Tag ab? Dadurch wäre ich 20% effektiver und würde mir aber ein Haufen Arbeit und Nerven ersparen. Ich fing an viele Dinge zu hinterfragen.

  • Musste ich von 8 bis 18 Uhr im Büro sein, um 24 Aktivitäten (Emails, Telefonate) zu erreichen?
  • Musste ich 5 Tage die Woche arbeiten, um 120 Aktivitäten zu erreichen?

Und dann viel es mir wie Schuppen von den Augen, was ich eigentlich schon so oft gelesen hatte. Es geht nicht um Effektivität – sondern um Effizienz.

 

Wenn du die Falschen Dinge besonders effektiv machst – machst du effektiv Scheiße.

Von 8 bis 18 Uhr im Büro zu sein war sicherlich effektiv, um viel arbeiten zu können. Aber um die Arbeitsleistung zu erreichen war es nicht effizient. Deshalb fing ich an eine komplette Liste mit meiner Arbeitszeit zu erstellen und zu schauen – was ich eigentlich sonst noch so effektiv machte. Dazu betrachtete ich die Durschnittszeit meiner Arbeit:

 

  • Ich verbrachte 10 Stunden am Tag damit zu arbeiten
  • Ich checkte jeden morgen Facebook, Emails, die Nachrichten und holte mir einen Kaffee
  • Ich telefonierte pro Tag mit ~ 16 Personen
  • Ich schrieb pro Tag ~ 4 Emails
  • Ich schrieb pro Tag ~ 113 Whatsapp Nachrichten (Gehe hierzu in die Einstellungen -> Datennutzung -> Und teile die Nachrichten durch die Anzahl der Tage)
  • Ich verbrachte pro Tag etwa 60 Minuten auf Facebook (davon 45 Minuten während der Arbeit)

 

Der Burnout-Modus gegen Durchschnittseffekt

Da ich wirklich erfolgreich sein wollte, fing ich an, die Dinge effizienter zu gestalten. Ich wollte nicht mehr krasse Extrameilen laufen, sondern einfach besser werden. Also finge ich an, meinen Durchschnitt zu betrachten. Was war meine tatsächliche Leistung im Jahr? Und was musste ich tun um diese um 20% zu verbessern.

Und es bewirkte Wunder. Jetzt wo ich wusste was ein Burnout-Modus im Durchschnitt bewirkte, begann ich einfach, den Durchschnitt neu zu definieren. So verband ich, wie ich ihn nenne, Durchschnittseffekt mit dem 20/80 Prinzip:

 

  • Ich reduzierte meine Gesamt-Arbeitszeit auf 4-6 Stunden am Tag
  • Ich beantwortete und las Emails nur noch 2 mal am Tag: Mittags und Abends
  • Ich verbringe mittlerweile gar keine Zeit mehr auf Facebook
  • Ich bin nicht mehr „nebenher“ am Handy, lese und schreibe also nur noch ganz bewusst

 

Und ich begann das Prinzip auch auszuweiten. Ich habe mir immer vorgenommen 4-5 Mal die Woche hart und 1-2 Stunden trainieren zu gehen. Im Durchschnitt bedeutete dies allerdings, dass ich meist nur 0-2 Mal die Woche Zeit fand überhaupt die Energie oder Zeit dafür aufzubringen. Also sank ich den Burnout-Modus und ging jetzt 3-4 Mal pro Woche für 45 Minuten trainieren – mit genau 2-3 Übungen.

 

Das hatte zur Folge dass ich im Schnitt viel öfters und viel effektiver trainieren ging.

 

Den Durchschnittswert nutzen

Es gibt viele Lebenslagen, denen man sich gar nicht bewusst ist, wie viel Zeit man damit verbringt, ineffizient zu sein. Ich ging zum Beispiel so 3-5 Mal im Monat zum DM, weil ich immer irgendwas brauchte. Mal war das Shampoo leer, mal das Toilettenpapier. Also fing ich an, einmal im Monat zum DM zu gehen, und alles einfach öfters zu kaufen. Ich hatte also in meiner Abstellkammer 5 Shampoos, 5 Zahnbürsten und so weiter. Das ist nicht teurer, nicht günstiger, aber einfach effizienter. Und so sparte ich mir auf den Monat 2 Stunden und auf das Jahr 2 Tage.

 

Achtung: Ein Durchschnittswert ist kein Realwert!

Es ist unglaublich wichtig zu verstehen, was ein Durchschnittswert ist: Nur ein Wert. Und zwar deine reale Leistung pro Tag pro Zeit. Nehmen wir das Beispiel Telefonate:

Wenn du 50 Tage lang jeden Tag 100 Telefonate führst und 50 Tage im Urlaub bist, ist deine reale Leistung 50 Telefonate pro Tag. Du solltest jetzt deshalb nicht anfangen nur noch 50 Telefonate pro Tag zu führen, weil wenn du jetzt wieder 50 Tage im Urlaub bist sind es nämlich nur noch 25 Telefonate. Der Durchschnittswert sollte eher als Mindestwert verstanden werden. Wenn du einfach keine Motivation hast oder keine Lust, dann weißt du, dass du einfach nur 26 Telefonate führen musst um einen guten Tag gehabt zu haben.

Wenn du mal keine Motivation hast für ein langes Training, dann gehe mindestens deinen Durchschnittswert trainieren.

So kannst du dich kontinuierlich steigern und besser werden.

 

Der Vorteil zum Burnout Modus

Du wirst auf diese Weise sehr erstaunt feststellen, wie „einfach“ du deine bisherigen Leistung bringen kannst und dennoch viel Energie übrig hast. Nutze diese Methode um dir realistische Ziele zu setzten. Nehme dein Durchschnittswert, erhöhe ihn um 10-20% und du hast dein neues Tagesziel. Du telefonierst im Durchschnitt pro Jahr 20 Mal am Tag? Super, dein neues Ziel sollten mindestens 24 Telefonate pro Tag sein. Das ist ein kaum spürbarer Mehraufwand. Und es kostet kaum Energie. Aber du wirst plötzlich 20% erfolgreicher sein.

 

Zusammenfassung:

 

Der Durchschnittswert ist immer deine Mindestmotivation um zu sehen, wie einfach du eigentlich Dinge erreichen kannst

Reduziere bei Zeitfressern wie Facebook oder Whatsapp einfach deine tägliche Nutzung um 20-30%

Erhöhe bei Aufgaben einfach die tatsächliche Tagesleistung um 10-20%

Umgehe den Burnout-Modus durch Kontinuität

Werde bei weniger Energie mehr Erfolgreich

 

H2Prince

H2Prince

Autor und Gründer bei Investierte-Freiheit.de
Mein Name ist H2Prince und ich bin Gründer und Autor auf investierte Freiheit. Ich interessiere mich seit 2013 für Finanzen und habe ambitionierte Ziele was meine finanzielle Freiheit angeht. Dabei sollte der Spaß, die Ernsthaftigkeit und das eigentliche Leben aber nicht zu kurz kommen. Ich bin sarkastisch, ironisch, aber immer auch ganz nett.

Hauptberuflich arbeite ich als Account Manager in der D-A-CH Region, treibe Sport und bin alleinerziehender Vater.
H2Prince

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