Standardisiere dich minimalistisch

Definition ist das A&O

Bist du anders?

 

Was mir an meiner Wohnung besonders gefällt, lässt sich relativ einfach beschreiben. Sie ist leer. Wenn meine Mutter mich gelegentlich fragt was ich mache und ich antworte mit „ich räume aus“ ist sie immer wieder brüskiert „du hast ja nichts mehr zum ausräumen!“.
Und darauf bin ich mächtig stolz.

Es ist schwer geworden in der heutigen Zeit sich nicht durch materielle dinge zu definieren. Aber, um das noch einmal etwas zu spezifizieren: Durch Quantität materieller Dinge. Viele vergessen dass Materieller Besitz auch immer eine Verantwortung mit sich bringt. Es muss geputzt, gewartet, aufgeräumt oder verstaut werden. Das können die 142 Miniatur Puppen auf der Fensterbank von dem schönen Ramschladen damals aus der Pfalz sein, die immer alle weg geräumt werden müssen zum staub wischen – das kann aber auch der Fernseher mit den dazugehörigen 5.1 Dolby Sorround Lautsprechern, dem Blu-Ray und DVD Player sowie natürlich der Xbox und Playstation mit jeweils 4 dazugehörigen Spielen und Controllern sein.

 

Zeit ist vielleicht wichtiger als Dinge?

 

Das Problem daran ist, dass es neben der Zeit die es in der Regel frisst vor allem einen Nachteil hat, nämlich die der emotionalen Abhängigkeit. Jeder kennt das tolle Gefühl, wenn man mal endlich seinen Papierkram in der einen Schublade in der Küche ausgemistet hat,in der irgendwie alles landet und die auch nicht voll wird, aber trotzdem nichts sinnvolles dort beinhaltet ist.
Wenn schon eine kleine Schublade solch einen emotionalen Impact auf uns hat, wie sieht es dann gar mit einer ganzen 50 oder 100 qm Wohnung aus?

 

Worin besteht dein Ziel?

 

Das ist grundsätzlich natürlich vollkommen in Ordnung, wenn man sich den ganzen Tag damit auseinandersetzen möchte, aber ihr habt andere Ziele in eurem Leben. Wichtigere Dinge.
Jeder trennt sich immer von schlechten Freunden weil sie einem schaden, und das ist auch gut so. Aber warum trenne ich mich dann nicht von materiellen Dingen, die mich 24 Stunden am Tag belasten?

Meiner Meinung nach ist es sinnvoll, sein Leben in gewisser Weise zu standardisieren, um sich nicht mehr mit Unnötigen Entscheidungen auseinander zu setzen. Wir treffen täglich unzählige Entscheidungen, von denen 95% unnötige sind. Warum nehme ich mir diese täglichen Entscheidungen nicht einfach ab, und entscheide mich ein mal für einen Standard, den ich haben möchte.

 

Meiner sieht zum Beispiel wie folgt aus:
Wenn du in mein Wohnzimmer / Schlafzimmer kommst siehst du dort genau:

1 Schreibtisch
1 Schrank
1 Fernseher
1 Bett
1 Bücherregal mit allen Büchern
1 Nachttisch
2 Pflanzen
3 Kerzen
4 Fotos

 

 

Nichts anderes. Kein Schnick Schnack. Nicht einmal Kabel. Entweder habe ich Wireless Keyboard + Maus oder nicht vermeidbare Kabel hinter einer Kabelwand versteckt.
Wenn ich morgens aufwache, sehe ich nichts. Erstmal, weil es in meinem Schlafzimmer komplett dunkel ist (dazu in einem anderen Artikel) sondern auch weil dort nichts ist auser einem schönen, aufgeräumten Zimmer. Mein Kopf ist frei und kann direkt in den Tag starten. Ich greife in die untereste Schublade und finde dort die Nahrungsergänzungsmittel, auf die ich mich täglich definiert habe: 4x BCAAs; 2x Multivitamin; 4x HTP-5 (Abends).

 

Wenn ich in die Küche gehe sehe ich dort nichts außer:

1 Tisch
1 Bar (ein langes Brett an der Wand mit meinen Alkohol für Besuch)
1 Küchenzeile
1 Kaffeemaschiene
1 Mikrowelle

 

Neben der Kaffeemaschiene steht ein Becher mit einem Löffel, in den ich 200 Ml Wasser einfülle. Dort kommen 2 Scoops Creatin (5g) rein, die ebenfalls neben dem Becher neben der Kaffeemaschiene stehen. Das trinke ich. Danach gehe ich ins Bad:

 

1 Dusche
1 Waschbecken
1 Regal für Handtücher und Kosmetika

 

Anschließend gehe ich duschen. Immer maximal kalt. Immer zwischen 5-10 Minuten. Immer putze ich dabei Zähne. Mein Shampoo ist von Head & Shoulders mit Apfelgeschmack, nicht weil ich Schuppen haben oder es sonderlich günstig wäre, sondern einfach, weil ich mich dafür entschieden haben und jetzt 10 davon in meinem Wandschrank stehen. Selbige gilt für den Körper (Axe Shampoo).
Ich habe 1 DEO, 1 Parfüm, 1 Creme, 1 Mundspülung. Alles Dinge über die ich mir keine Gedanken mehr machen muss. Neben all den Gehirnzellen spare ich vor allem die Nerven ständig einkaufen zu gehen, da alles meist vorrätig ist.

Keine Schleichwerbung für Head&Shoulders

 

Danach frühstücke ich mein Seitenbacher Müsli und gehe wieder an die Kaffeemaschiene, neben der mein Becher für das Auto steht sowie das MCT-ÖL, von dem ich jeden Morgen 3 Esslöffel in meinen Kaffee mache.

Ich weiß, das klingt alles nicht sehr spektakulär. ABER: Darum genau geht es ja. Es ist nicht spektakulär, es ist nicht wichtig. Es sind einfach notwendige Dinge die getan und genutzt werden. Warum soll ich mir darüber meinen Kopf zerbrechen. Lieber nutze ich doch die Zeit um mit meinem Junior eine halbe Stunde Fahrrad fahren zu gehen, weil wir nicht wieder zum DM rennen müssen, weil das eine gut riechende Shampoo von dieser einen Marke wieder leer ist.

 

Definiere deinen Standard um dich herum und du wirst plötzlich viel gelassener was gewisse Dinge angeht.

 

Alles andere solltest du radikal aus deinem Leben streichen. Ich habe wie gesagt, keine große (60qm zu zweit) oder sehr zugestellte Wohnung. Und trotzdem trage ich mülltütenweise Sachen aus der Wohnung. Und wenn ich das noch schaffe, werden es bei euch Container sein. Ihr werdet überrascht sein, wie viel Müll ihr in eurem Leben mit euch rumschleppt. Der eine Pulli, der da halt schon immer im Schrank liegt aber eigentlich ja nicht mehr passt. Das eine Papier aus der Zeitung, das irgendwie ja interessant sein könnte mal aufzuheben, hinten in dem einen Ordner mit den einen Unterlagen von irgendwas..

 

Lerne Vertrauen und lasse los

 

Es wird schwer sein, glaube mir, besonders in den ersten Momenten, sich dazu entscheiden, etwas Ballast loszulassen. Aber glaube mir auch, dass ich in den letzten 3 Jahren noch nichts bereut habe, von dem was ich weggeschmissen habe.

 

Eingangs hatte ich erwähnt, dass das Problem in der Quantität der materiellen Dinge liegt. Um bei dem Beispiel mit dem TV zu bleiben: Ich habe meine X-BOX, 4 Controller, 35 Spiele, das dazugehörige Wandregal sowie die 5.1 Anlage verkauft bzw. meinen Freunden geschenkt. Aufwand? 30 Minuten. Ersparnis? Auf das Jahr sicherlich 30 Tage ersparter Zeit und Nerven. Wenn ich jetzt also nur noch einen Fernseher habe, warum soll ich mir dann nicht auch einen guten leisten, immerhin spare ich ja indirekt durch die Nicht-Ausgabe unnötiger Dinge.

 

Fokus!

 

Du wirst merken, dass sich durch den neuen Fokus die Qualität deiner wenigen Dinge steigern wird. Du hast nur noch ein Bett in deinem Zimmer? Okey, dann soll das Bett wenigstens eine verdammt geile Matratze bekommen, dass ich besser schlafen kann. Meine Küche hat nichts mehr außer einem Tisch und einer Küchenzeile? Okey, dann koche ich aber wenigstens die geilsten und gesündesten Essen die man sich vorstellen kann.

 

Mit dieser einfachen Art und Weise habe ich mein Zuhause zu einem ungewöhnlich schönen, fast schon magischen Tempel gemacht, den ich als Ausgangsbasis nehmen kann für den Kampf mit der Welt und deren Entscheidungen da draußen.

 

Do it – Period

 

Wichtig ist, dass dies ein „Reinigungsprozess“ ist, den man regelmäßig, am besten alle 2-3 Monate durchführen sollte. Geh durch deine Wohnung und sei so kritisch und negativ wie möglich, und alles was nicht irgendwie lebensnotwendig ist wird wieder gekillt bzw. entfernt. Dabei kann es hilfreich sein und den Wert auch mal Wert sein zu lassen und einfach mit dem Müllbeutel hinzugehen und Haraki mäßig alles wegzuschmeißen oder zu verschenken. Den Verlust hast du schon erwirtschaftet, als du es dir zugelegt hast. Ein Flohmarkt würde das mit positiven Gewinngefühlen nur verzerren.

 

Denkt mal drüber nach.

Viele Grüße

Prince

H2Prince

H2Prince

Autor und Gründer bei Investierte-Freiheit.de
Mein Name ist H2Prince und ich bin Gründer und Autor auf investierte Freiheit. Ich interessiere mich seit 2013 für Finanzen und habe ambitionierte Ziele was meine finanzielle Freiheit angeht. Dabei sollte der Spaß, die Ernsthaftigkeit und das eigentliche Leben aber nicht zu kurz kommen. Ich bin sarkastisch, ironisch, aber immer auch ganz nett.

Hauptberuflich arbeite ich als Account Manager in der D-A-CH Region, treibe Sport und bin alleinerziehender Vater.
H2Prince

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